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Positionsgröße berechnen: die 1-%-Regel im Trading

Positionsgröße berechnen mit der 1-%-Regel: Formel, konkretes Rechenbeispiel und der Unterschied zwischen Aktien, Krypto und Forex einfach erklärt.

Ob ein einzelner Trade dein Konto ruiniert oder kaum belastet, entscheidet nicht das Einstiegssignal, sondern die Positionsgröße. Sie ist die wichtigste Stellschraube im Risikomanagement und lässt sich mit einer einfachen Formel berechnen.

Warum die Positionsgröße über alles entscheidet

Viele Anfänger verbringen Stunden damit, den perfekten Einstieg zu suchen, und kaufen dann aus dem Bauch heraus eine feste Stückzahl. Das ist die falsche Reihenfolge. Selbst eine gute Strategie produziert Verlustserien, und ohne kontrollierte Positionsgröße reicht eine Handvoll schlechter Trades, um das Konto stark zu beschädigen.

Der Grund: Verluste wirken überproportional. Wer 50 % seines Kapitals verliert, muss anschließend 100 % Gewinn machen, nur um wieder bei null zu sein. Deshalb gilt die Reihenfolge: Zuerst legst du fest, wie viel du maximal verlieren willst, daraus ergibt sich die Positionsgröße – und nicht umgekehrt.

Die 1-%-Regel

Die 1-%-Regel besagt: Riskiere pro Trade nie mehr als einen kleinen, festen Anteil deines Kontos. Üblich sind 0,5 bis 2 %, ein Prozent ist ein guter Standardwert. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Einsatz und Risiko: Riskiertes Kapital ist nicht das, was du investierst, sondern nur der Betrag, den du verlierst, wenn dein Stop-Loss ausgelöst wird.

Bei einem Konto von 10.000 € und 1 % Risiko stehen pro Trade also 100 € auf dem Spiel. Trifft eine Verlustserie von fünf Trades hintereinander, hast du rund 500 € verloren – unangenehm, aber weit entfernt von einer Katastrophe. Genau das ist der Sinn der Regel: Du überlebst auch schlechte Phasen und bleibst handlungsfähig.

Die Formel

Die Positionsgröße ergibt sich aus drei Werten: deinem Kontostand, dem gewählten Risiko-Prozentsatz und dem Abstand zwischen Einstieg und Stop-Loss.

Positionsgröße = (Kontogröße × Risiko-%) ÷ Abstand Einstieg–Stop-Loss

Der Zähler ist dein maximaler Verlust in Euro. Der Nenner ist, wie viel du pro Stück verlierst, wenn der Stop greift. Das Ergebnis ist die Stückzahl, bei der genau dein geplantes Risiko erreicht wird. Den ganzen Rechenweg nimmt dir der positionsgroessen-rechner ab, sobald du diese drei Werte eingibst.

Rechenbeispiel mit Zahlen

Nehmen wir konkrete Werte:

  • Kontogröße: 10.000 €
  • Risiko pro Trade: 1 % → 100 €
  • Einstiegskurs: 100 €
  • Stop-Loss: 95 €
  • Abstand Einstieg–Stop: 100 € − 95 € = 5 € pro Stück

Eingesetzt in die Formel:

Positionsgröße = 100 € ÷ 5 € = 20 Stück

Du kaufst also 20 Aktien zu je 100 €, was einem Kapitaleinsatz von 2.000 € entspricht. Wird der Stop bei 95 € ausgelöst, verlierst du 20 × 5 € = 100 € – exakt das geplante eine Prozent. Setzt du den Stop enger bei 98 € (Abstand 2 €), darfst du bei gleichem Risiko 100 € ÷ 2 € = 50 Stück kaufen. Ein engerer Stop erlaubt eine größere Position bei identischem Euro-Risiko.

Aktien und Krypto versus Forex

Bei Aktien und Krypto rechnest du in Stückzahlen, wie im Beispiel oben. Bei Forex läuft es über Lots: Ein Standard-Lot entspricht 100.000 Einheiten der Basiswährung, ein Mini-Lot 10.000 und ein Mikro-Lot 1.000 Einheiten. Statt in Stück denkst du hier in Pips und im Geldwert pro Pip, doch das Prinzip bleibt identisch: Risiko in Euro geteilt durch den Stop-Abstand ergibt die handelbare Größe.

Markt Einheit Risiko-Bezug
Aktien Stückzahl Euro pro Stück bis zum Stop
Krypto Stück/Coins Euro pro Coin bis zum Stop
Forex Lots (1 Standard = 100.000) Geldwert pro Pip

Der häufigste Anfängerfehler

Der typische Fehler ist die feste Stückzahl: Immer 100 Aktien oder immer ein Lot, egal wie weit der Stop entfernt liegt. Damit schwankt dein tatsächliches Risiko von Trade zu Trade unkontrolliert. Ein weiter Stop kann dann ein Vielfaches dessen riskieren, was du eigentlich verlieren willst, während ein enger Stop deine Chancen verschenkt.

Die Lösung ist die risikobasierte Größe: Du startest immer mit dem festen Euro-Risiko und passt die Stückzahl an den Stop-Abstand an. So riskierst du in jedem Trade denselben Anteil – unabhängig davon, ob der Stop nah oder weit entfernt sitzt.

Vom Risiko zur Chance

Die Positionsgröße begrenzt deinen Verlust, sagt aber nichts darüber aus, ob sich ein Trade überhaupt lohnt. Dafür brauchst du das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV): das Verhältnis von potenziellem Gewinn zu riskiertem Betrag. Riskierst du 100 € für ein Kursziel, das 300 € einbringt, liegt das CRV bei 1:3. Wie sich daraus die nötige Trefferquote ergibt, prüfst du mit dem risk-reward-rechner.

Fazit

Die Positionsgröße ist die zentrale Risikomanagement-Entscheidung – wichtiger als jedes Einstiegssignal. Lege zuerst dein Risiko fest (0,5 bis 2 % des Kontos), berechne daraus über den Stop-Abstand die Stückzahl und halte das in jedem Trade konsequent durch. So bleibt eine einzelne Verlustserie verkraftbar, und du gibst deiner Strategie die Zeit, über viele Trades zu wirken.

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