Finanz Rechner

Verlustserien-Rechner

Sieben Verluste in Folge fühlen sich nach kaputter Strategie an – sind bei 50 % Trefferquote über 100 Trades aber schlicht Statistik. Dieser Rechner zeigt, wie lang deine wahrscheinlichste Verlustserie wird, wie oft welche Serienlänge auftritt und was sie dein Konto bei festem Risiko pro Trade kostet. So kalibrierst du Positionsgröße und Erwartungen, bevor die Pechsträhne kommt.

Anteil deiner Gewinn-Trades, z. B. 50 für jede zweite Position.

Betrachteter Zeitraum, z. B. 100 Trades pro Jahr.

Falls gesetzt, wird der Drawdown je Verlustserie mitberechnet.

Erwartete maximale Verlustserie

6,6 Verluste in Folge

In 100 Trades – also rechne mit ~7 Verlusten in Folge.

Verlustwahrscheinlichkeit pro Trade
50 %
Erwarteter Drawdown (7er-Serie)
−6,79 %

Wahrscheinlichkeit je Serienlänge

SerieMind. einmal in 100 TradesDrawdown
2 Verluste100 %−1,99 %
3 Verluste100 %−2,97 %
4 Verluste99,81 %−3,94 %
5 Verluste95,25 %−4,9 %
6 Verluste77,6 %−5,85 %
7 Verluste52,16 %−6,79 %
8 Verluste30,51 %−7,73 %
9 Verluste16,46 %−8,65 %
10 Verluste8,51 %−9,56 %
11 Verluste4,3 %−10,47 %
12 Verluste2,15 %−11,36 %

So wird gerechnet

Jeder Trade verliert mit der Wahrscheinlichkeit q = 1 − Trefferquote. Fürn unabhängige Trades gilt die bekannte Näherung für die erwartete längste Verlustserie sowie die Fenster-Näherung für die Wahrscheinlichkeit einer Serie der Längek:

Erwartete maximale Verlustserie ≈ ln(n) / ln(1/q)
P(Serie ≥ k) ≈ 1 − (1 − q^k)^(n − k + 1)
Drawdown(k) = 1 − (1 − Risiko %)^k

Die Drawdown-Formel gilt für festes prozentuales Risiko vom jeweiligen Kontostand: Jeder Verlust verkleinert die Basis für den nächsten, deshalb ist der Drawdown etwas kleiner als k × Risiko %. Alle Werte sind statistische Erwartungen über unabhängige Trades – reale Serien können länger ausfallen.

Beispiel

Trefferquote 50 %, 100 Trades: q = 0,5, also ln(100) / ln(2) ≈ 6,6 – rechne mit etwa 7 Verlusten in Folge. Eine 5er-Serie tritt mit rund 95 % Wahrscheinlichkeit mindestens einmal auf, eine 10er-Serie nur noch mit etwa 8,5 %. Riskierst du 1 % pro Trade, kostet die 7er-Serie 1 − 0,99⁷ ≈ 6,8 % des Kontos. Bei 5 % Risiko pro Trade wären es bereits 1 − 0,95⁷ ≈ 30,2 % – ein Drawdown, der psychologisch und rechnerisch weh tut. Dieselbe Strategie, nur eine andere Positionsgröße.

Häufige Fragen

Wie berechnet man die maximale Verlustserie?
Grundlage ist die Verlustwahrscheinlichkeit pro Trade q = 1 − Trefferquote. Für n unabhängige Trades liefert die Näherung ln(n) / ln(1/q) die erwartete längste Verlustserie. Beispiel: Bei 50 % Trefferquote und 100 Trades ergibt sich ln(100) / ln(2) ≈ 6,6 – also rund 7 Verluste in Folge. Zusätzlich lässt sich für jede Serienlänge k die Wahrscheinlichkeit schätzen, dass sie mindestens einmal auftritt: 1 − (1 − q^k)^(n − k + 1). Beides sind statistische Erwartungen, keine Garantien – längere Serien bleiben möglich, werden aber schnell unwahrscheinlicher.
Warum sind Verlustserien auch bei guten Strategien normal?
Weil einzelne Trades zufällig ausgehen, selbst wenn die Strategie langfristig profitabel ist. Eine Trefferquote von 50 % bedeutet nicht, dass sich Gewinne und Verluste brav abwechseln – der Zufall produziert zwangsläufig Cluster. Statistisch muss ein Trader mit 50 % Trefferquote in 100 Trades mit etwa 6–7 Verlusten in Folge rechnen; die Wahrscheinlichkeit für mindestens 5 Verluste in Folge liegt dabei nahe 95 %. Eine Verlustserie ist also kein Beleg dafür, dass die Strategie kaputt ist, sondern schlicht erwartbares Rauschen. Wer das einplant, gibt eine funktionierende Strategie nicht in der ersten normalen Pechsträhne auf.
Was bedeutet die Verlustserie für mein Risiko pro Trade?
Das Risiko pro Trade muss so klein sein, dass die erwartbare Verlustserie das Konto weder rechnerisch noch psychologisch ruiniert. Bei festem prozentualem Risiko r wirkt eine Serie multiplikativ: Drawdown = 1 − (1 − r)^k. Mit der 1-%-Regel kostet die typische 7er-Serie nur rund 6,8 % des Kontos – gut verkraftbar. Mit 5 % Risiko pro Trade sind es bereits gut 30 %, mit 10 % über 52 %. Genau deshalb empfehlen Risikomanagement-Klassiker 0,5–2 % pro Trade: nicht weil einzelne Trades gefährlich wären, sondern weil Verlustserien sicher kommen.

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